Archiv der Kategorie: Chemnitz

Die üblen Tricks der Pfandbetrüger

Egal ob Cola, Eistee oder Mineralwasser: Für Einwegflaschen muss man seit etwas über einem Jahr (1. Mai 2006) ganze 25 Cent Pfand bezahlen. Die Plasteflaschen sind so zu einem begehrten Sammelgut geworden, kein Wunder, kriegt man doch viel mehr zurück als beispielsweise für Bierflaschen (nur 8 Cent Pfand). Der hohe Gegenwert lockte schnell auch Betrüger an. Bei einer Bande aus Schleswig-Holstein wurden im Herbst 2006 insgesamt 150.000 PET-Flaschen mit gefälschten Etiketten festgestellt. Diese hatten sie eigens in Litauen produzieren und sich liefern lassen, um sie anschließend in großen Supermärkten gesammelt zurückzugeben. Der Gegenwert hätte sich auf knapp 38.000 Euro belaufen. Doch die Aktion flog auf, die Männer wurden auf einem Aldi-Parkplatz verhaftet noch ehe sie mit dem Einlösen der Flaschen beginnen konnten (Link zur Geschichte bei Pressetext.de).

Was hat sich seitdem getan? Ist es wirklich so einfach die hochtechnisierten Pfandautomaten zu überlisten? Wir wagen den Selbstversuch, wollen eine einzelne selbstgebastelte Mogelflasche zu Geld machen.

Echte Pfandflasche

Das ist unser Ausgangspunkt: Mit einer Digitalkamera machen wir ein Foto von einer Mineralwasser-Pfandflasche. Wichtig ist der gut lesbare Barcode, an welchem der Automat erkennen kann ob es sich um eine Flasche mit oder ohne Pfand handelt.

Pfandstreifen

Wir übertragen das Foto, schneiden den Barcode virtuell aus und drucken ihn anschließend aus . Die Qualität ist nicht sonderlich gut, aber es handelt sich ja auch nur um einen Versuch. (Abbildung hier absichtlich unscharf)

Kein Pfand weil Diätgetränk

Das Zielobjekt: Die Japonica-Flasche aus dem Edeka ist aus demselben Plastik hergestellt wie ihre Pfandkollegen, aber da es sich um ein „Diät-Erfrischungsgetränk“ handelt, ist sie von der Pfandregelung ausgenommen. Wir kleben unseren selbstgedruckten Barcode auf.

25 Cent spuckt der Pfandautomat aus

Die Probe aufs Exempel: Wir schleichen uns in den nahegelegen Edeka, legen die Flasche mit dem Barcode nach oben in den Pfandautomaten. Der blinkt kurz, öffnet den malmenden Schlitz und verschluckt dann laut rumpelnd unser Versuchsobjekt. Es hat geklappt! Ohne mit der Wimper zu zucken spuckt der Flaschensammler uns den 25 Cent-Pfandcoupon aus, den wir umgehend beim Kauf von überteuerten Bonbons einlösen. Das es so einfach geht, hätten wir wirklich nicht gedacht. Aber ein bisschen schlechtes Gewissen haben wir dann schon, als uns der nette junge Mann an der Kasse ein fröhliches „und nochn schönen Tag“ hinterherruft.

Achtung: Wir wollen an dieser Stelle nicht zum Pfandbetrug aufrufen , sondern nur über die Methoden der Pfandbetrüger berichten. Wir raten ausdrücklich davon ab, selbst etikettierte Flaschen herzustellen und einzulösen!

Advertisements

82 Kommentare

Eingeordnet unter Berlin, Chemnitz, Deutschland, Journalismus, Medien, Reportage, Reportagen

Unschuldige Spiele

Unschuldige Spiele

Also „unschuldige Spiele“ kenne ich ja auch einige: Rommé ist beispielsweise ziemlich unschuldig, Siedler von Catan auch – und Mensch ärger dich nicht erst! Wenn ich das richtig gelesen habe, warten die „tabulosen Luder“ des Spieletreffs in der Philippstraße in Chemnitz aber noch auf ihre Spiele (vielleicht im Internet bestellt und noch nicht angekommen), diese müssen also wohl erstmal selber mitgebracht werden. Für eine Neueröffnung ist das natürlich erstmal etwas mau-mau, aber darüber kann man vielleicht hinwegsehen, schließlich sind die zwei „ganz neu“. Das H/H am Ende der Annonce bedeutet im übrigen Holz-Halma, das spielen die beiden vermutlich besonders gerne. Wer Interesse an einer Partie hat, kann die beiden mobil erreichen.

Nachtrag: Wie man der Annonce entnehmen kann, sind die beiden derzeit noch Tabu-los, schade ist das doch auch ein sehr schönes Gesellschaftsspiel!

Luca Dumont
(aus Chemnitzer Morgenpost vom 12. Juni 2007)

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Chemnitz, Journalismus, Medien, Medienkritik

Handybild der Woche (3)

Tawa - Die No1 der No2

„Endlich gibt’s die günstigen Zigaretten überall!“ schreit es uns von diesem Plakat im BILD-Boulevard-Stil entgegen. Tawa heißt die neue Marke, ein Name hinter dem man auch ein günstiges Spülmittel („Bist du braver, spül mit Tawa“) vermuten könnte. Klingt auch nicht nach großer weiter Welt sondern eher nach einer Abkürzung. Vielleicht für TAbakWAren?
Irritierend ist auch die Unstimmigkeit des Plakates. Unten wird „unsere No.1 in Preis und Geschmack“ angepriesen, auf der Packung steht groß und deutlich „No.2“. Na was denn nun?

2 Kommentare

Eingeordnet unter Bild der Woche, Chemnitz, Foto, Handybild, Handyfoto